Falstaff: 100 Punkte
"Tiefdunkles Rubingranat, violette Reflexe, zarte Randaufhellung. Reife dunkle Beerenfrucht, ein Hauch von Zwetschken, floraler Touch, angenehme Kräuterwürze, etwas Nougat und Orangenzesten. Komplex, dabei lebendig, reife Kirschen und Heidelbeeren, feine, reife Tannine, geht im Mund förmlich auf, zarte Extraktsüße, bleibt minutenlang haften, bereits in der Jugend sehr überzeugend, Cassis und reife Kirschen im Nachhall, delikat und facettenreich, großes Zukunftspotenzial." - Peter Moser (04/2026)
Yves Beck: 100 Punkte
"Die Subtilität der Intensität ist an sich schon ein Paradoxon. Das erinnert uns ganz einfach daran, dass das eine das andere nicht ausschließt! Über die Intensität hinaus ist es die Art und Weise, wie dieses Bouquet die Persönlichkeit von Carmes schon in den ersten Sekunden enthüllt und mich sofort an ganz große Weine erinnert, wie zum Beispiel den 1949er, bei dem die unverkennbare Natur des Terroirs vor den Rebsorten und den Menschen steht, die ihn gekeltert haben. Es ist zweifellos ein Ort, der sich hier ausdrückt. Noten von schwarzen Kirschen verbinden sich mit Aromen von Pfingstrosen, Röstaromen, Cassis, Orangenschale, Malz und Pfefferminze. Der leicht cremige Auftakt kündigt einen methodischen Wein an, der sich nach und nach enthüllt. Ein wahrer Taktiker, der im Laufe seines Verlaufs an Fülle gewinnt, der durch die Energie glänzt, die er im richtigen Moment, am richtigen Ort zu entfalten versteht, und dabei einen belebenden Akzent im mittleren Gaumen setzt! Die Tannine kommen erst spät zur Geltung (das Gegenteil hätte mich überrascht) und glänzen durch ihre stille Kraft, ihre weitsichtige Botschaft und ihre Besonnenheit: so schnell wie möglich, aber auch so langsam wie notwendig! Sie bewirken, dass sie die Tiefe und Frische konsolidieren und unterstützen sowie die Säurestruktur mit sich führen, damit diese ihrer wesentlichen Aufgabe gerecht werden kann – abgesehen davon, dass sie zu einem langen Reifepotenzial beiträgt –, nämlich die saftige Seite des Weins zu unterstreichen. Ein Carmes Haut-Brion, dem es mühelos gelingt, seine Kraft einzubinden, indem er sie mit Elementen umgibt, die ebenso kraftvoll sind wie sie selbst! Er glänzt durch seine Fähigkeit, sich mit Kraft und Spannung zu positionieren und dabei das Recht für sich zu beanspruchen, nicht alles zu verraten, aber dennoch genug zu sagen, damit man versteht, dass er die atemberaubende Hall of Fame des Weinguts vervollständigen wird. Die Botschaft ist klar: Man muss warten, aber wenn man es wagt, eine Flasche in ihrer Jugend zu öffnen, wird der Begriff eines Spitzenweins bereits zum Ausdruck kommen. Carmes Haut-Brion tritt in eine neue Ära ein; er hat sich zwar schon immer behauptet, profitiert heute aber von all dem, was die Teams, die sich Tag für Tag darauf konzentrieren, auch das kleinste Detail im Blick zu behalten, in den letzten Jahren investiert haben. Das nennt man die Früchte langjähriger Arbeit ernten. Dadurch muss Carmes niemanden mehr überzeugen, er kann endlich aus sich selbst heraus bestehen. Nicht aus Arroganz, sondern einfach, weil Größe weder einer Rechtfertigung noch einer Klassifizierung oder Bewertung bedarf. Wenn man groß ist, ist man groß. Und da braucht es nicht einmal potenzielle Noten." (04/2026)
Jane Anson: 96 Punkte
"I was a little nervous to be honest about Carmes Haut-Brion, worried that this would be too sliced-through with steel acidity this year with the high Cabernet Franc, but I was worrying unnecessarily. It's totally beautiful, sleek, grilled campfire, a ton of momentum and there is a spherical feel through the mid palate, expanding and deepening the fruit flavours. High floral as you would expect, a crush of peony, iris, violet right on the first nose, chalky and slate edge to the tannins, full of energy, 14%abv at picking then whole cluster brought it down to 13%, 3.6ph, 65% whole bunch during fermentation. 38hl/h yield (compared to 24hl/ha yield last year after selection), 70% new oak. 3.59 pH. Harvest September 7 to 19, this is highest levels of Cabernet Franc to date." (04/2026)
Decanter: 97 Punkte
"Gorgeously fragrant on the nose with so many perfumed scents – violets, iris, peonies, cinnamon, exotic spices, black chocolate, something slightly sweet and aromatic with blackcurrant and dark bramble berries. Succulent and juicy with a powdery element to the tannins that fills the mouth straight away. I love the integration of the acidity – this has brightness but is also quite calm and charming, softer than expected. Sleek, sophisticated, full of complexity and nuance yet with real depth, intensity, concentration and integrity. Very true to place and to Guillaume Pouthier’s style. Succulent and floral Cabernets, aromatic all the way through, super long, graceful and full of width and flavour while staying clean. Ripe with tannins that fill the mouth – fleshy, grippy but wide and lifted – giving a gorgeous texture. A little citrus tang to the acidity but overall full of life and focus. Brilliant. 3.59pH. A yield of 38hl/ha overall (29hl/ha Merlot, 45hl/ha Cabernet Sauvignon). 65% whole bunch fermentation." - Georgina Hindle (04/2026)
Vinum: 99 Punkte:
"(54% CF, 29% CS, 17% Merlot, 65% Ganztrauben, 80% Neuholz, 3.59 pH) Dunkel, fast schwarz im Kern; in der Nase ein Cabernet-Duft wie aus dem Bilderbuch, strahlend, frisch, feinwürzig und burgundisch anmutend, faszinierend floral, mit Veilchenblüten, dazu exotische Gewürze; am Gaumen fokussiert, straff im Auftakt, breitet sich aus, füllt den Mund ohne dabei schwerfällig zu sein, der Wein macht es einem bereits als Fassmuster schwer, zu spucken, ungemein saftig, voller Energie, Rasse und Lebensfreude, ein zarter Hauch von Bitterstoff verleiht zusätzlich zu einer hervorragenden Säure eine Frische, die seinesgleichen sucht; im Abgang von ausgezeichneter Länge. Ein hochkomplexer Les Carmes Haut-Brion, der früh zugänglich sein wird und doch für eine kleine Ewigkeit gebaut ist." - Adrian van Velsen (04/2026)








